Veranstaltungen 2006
Am 16. Mai 2006 fand im Gästehaus der Universität Hamburg eine Podiumsdiskussion zum Thema: Kultur - Werte oder Ware? Die UNESCO zwischen Verantwortung und Welthandel statt. Es diskutierten die Kultursenatorin der Hansestadt Hamburg Prof. Dr. Karin von Welck, Prof. Dr. Hans J. Kleinsteuber von der Universität Hamburg (Institut für Politische Wissenschaft, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft) sowie Prof. Dr. Max Fuchs, Vorsitzender des Deutschen Kulturrats. Themen der Diskussion waren zum einen die Handhabung von Kulturförderung in einer vom Wettbewerb geprägten Wirtschaftswelt und speziell der Umgang mit der Umsetzung des von der UNESCO-Generalkonferenz verabschiedeten Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen.
Bei dem Projekt der UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt handelt es sich um einen äußerst bemerkenswerten, völkerrechtlichen Ansatz zur Bewahrung kultureller Vielfalt unter den Rahmenbedingungen von Globalisierung und Freihandel. Gemessen an dem hohen Anspruch des Übereinkommens ist das Thema in der deutschend Öffentlichkeit bisher – außerhalb von Fachkreisen – kaum präsent. Dies erscheint besonders beklagenswert, da sich das Projekt gegenwärtig bereits in der Phase der Ratifizierung befindet, welche von der Zustimmung durch die deutschen Bundesländer abhängt. Öffentlicher Diskurs erscheint hier sehr wünschenswert. Vor diesem Hintergrund hat sich die DGVN-Hamburg entschieden, der UNESCO-Konvention durch entsprechende Informationsangebote zu etwas mehr Bekanntheit zu verhelfen.
In Deutschland koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission/DUK die landesweite Zusammenarbeit mit der Bundesweiten Koalition Kulturelle Vielfalt - beginnend mit der Erstellung und Verabschiedung der Konvention, im Weiteren begleitend für die Ratifizierung und Umsetzung. Dieser Koalition gehören Vertreter der Bereiche Kultur und Medien an, sowie aus den angrenzenden Verbänden, Politik Wirtschaft und der Zivilgesellschaft. Die Informationen zu den bisherigen Konsultationen sind auf der Seite der DUK zu finden. Zurzeit bereitet das Auswärtige Amt die Ratifizierung der Konvention kulturelle Vielfalt vor.
Die DGVN-Hamburg wird weiterhin über die UNESCO-Konvention informieren und das Projekt kritisch begleiten. Eine Zusammenfassung der V. Konsultation der Bundesweiten Koalition, sowie weitere Podiumsdiskussionen befinden sich in der Vorbereitung.
Links zur Veranstaltung:
www.unesco.de
Interview mit Prof. Dr. Kleinsteuber vom 15.05.2006 (Hamburger Abendblatt) www.abendblatt.de/daten/2006/05/15/562983.html
Studienfahrt "Internationale Gerichtsbarkeit"
Anfang Mai 2006 veranstaltete die DGVN-Hamburg eine dreitägige Studienreise nach Den Haag. 1 Studentinnen und Studenten der Uni-Hamburg besuchten in der Hauptstadt der internationalen Gerichtsbarkeit u.a. den Internationalen Gerichtshof (www.icj-cij.org), das Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugosl
awien (www.un.org/icty) sowie den Internationalen Strafgerichtshof (www.icc-cpi.int). Auf dem Programm stand außerdem der Besuch der Organisation zur Überwachung von Chemiewaffenübereinkommen (www.opcw.org), die eng mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet. Die Teilnehmer erhielten im Laufe der Reise einen Einblick in die Funktionsweise internationaler Organisationen und konnten mit einer Vielzahl von Mitarbeitern in Kontakt treten. Neben der Teilnahme an Verhandlungen am Internationalen Gerichtshof (Anwendbarkeit der Völkermordskonvention) und am Jougoslavientribunal, fanden mehrere Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit Vertretern der Anklage und des Gerichts (Hans-Peter Kaul, Richter am Internationalen Strafgerichtshof) statt. Die freie Zeit konnte und wurde zur Besichtigung der Stadt und zur Erholung am nahe der Unterkunft gelegenen Scheveninger Strand genutzt. Eine Fahrt mit interessierten Hamburger Studenten, die auch für andere UN-Standorte sicherlich erwägenswert ist.
