Veranstaltungen 2010

Wege ins UN-System - Karriere bei den Vereinten Nationen
 
Informationsveranstaltung mit:
 
Arne Molfenter
Information Officer for Germany
United Nations
Regional Information Centre for Western Europe, Bonn

Die Powerpoint des Vortrags mit weiteren Hinweisen können Sie hier abrufen:
Am 12. Februar 2010 besuchte die DGVN-Hamburg das UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen UIL. Im Rahmen des Besuchs stellten Frau Maren Elfert und andere Mitarbeiterinnen des Instituts den Teilnehmern das Institut und seine Arbeit vor und vermittelten zugleich einige Information über die UNESCO im Allgemeinen.

Das UIL ist ein internationales Forschungs-, Trainings-, Informations- und Dokumentationszentrum der UNESCO. Es konzentriert sich auf Erwachsenenbildung, außerschulische Bildung, Alphabetisierung und Konzepte des Lebenslangen Lernens. Zum Mandat des UIL gehören die Analyse und Weiterentwicklung von Methoden, politischen Ansätzen und soziokulturellen Kontexten von Bildung. Das UIL hilft beim Aufbau lokaler und nationaler Kapazitäten in den Mitgliedsländern der UNESCO, fördert Netzwerke und Partnerschaften für Bildung. Das Institut trägt zur Umsetzung des UNESCO-Programms  "Bildung für alle“ (Education for All - EFA) bei. Das UIL wurde als UNESCO-Institut für Pädagogik (UIP) 1951 gegründet und ist seither in Hamburg ansässig (www.unesco.de/uil.html).

Veranstaltungen 2009

UN-Menschenrechtsrat – Hoffnungsträger oder völlig beherrscht von politischen Interessen? - Eine Zwischenbilanz


Am 1. Dezember 2009 hielt Dr. Wolfgang Heinz, Politikwissenschaftler vom Deutschen Menschenrechtsinstitut (u.a. deutsches Mitglied im Expertenausschuss des Menschenrechtrates und Mitglied im Anti- Folter-Komitee des Europarats) auf Einladung der DGVN-Hamburg an der Uni-Hamburg einen Vortrag über den UN-Menschenrechtsrat. Besondere Berücksichtigung fanden dabei aktuelle Probleme und Entwicklungen, wie etwa der Goldstone-Bericht.

Die Mission der Vereinten Nationen im Sudan (UNMIS) - Ein Erfahrungsbericht

Am 28. Oktober 2009 hielt Dr. Armin Wagner den Vortrag "Die Mission der Vereinten Nationen im Sudan (UNMIS) - Ein Erfahrungsbericht". Dr. Armin Wagner ist Oberstleutnant im Generalstab und vertritt als sog. Militärischer Anteil die Bundeswehr am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH). Von Mitte November 2008 bis Ende Mai 2009 war er im Hauptquartier UNMIS für die Überwachung der Bestimmungen des Waffenstillstandes im Südsudan verantwortlich.

Basierend auf seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort hat Dr. Wagner in seinem Vortrag die Funktion der United Nations Mission in Sudan (UNMIS) im sudanesischen Nord-Süd-Konflikt beleuchtet und ist auf ausgewählte Aspekte des Comprehensive Peace Agreement (CPA) und Probleme bei dessen Umsetzung eingegangen. Eingangs wurde die Entwicklung, die im Januar 2005 nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg zu einem Friedensvertrag im größten Land Afrikas geführt hat, kurz skizziert.

Menschenrechtsschutz in Usbekistan
und die Rolle von UN-Institutionen und Nichtregierungsorganisationen


Am 11. November 2009 wurde in den Räumen des Gästehauses der Universität Hamburg anhand des Beispiels der Menschenrechtlerin Tamara Chikunova („Mothers against Death Penalty and Torture“) über die Bedeutung von Menschenrechts-NGOs im UN-System  diskutiert. Neben der Usbekin Tamara Chikunova nahmen Dr. Silke Voss-Kyeck von der deutschen Sektion von amnesty international und der Bundesvorsitzende der DGVN, Prof. Dr. Thomas Bruha von der juristischen Fakultät der Universität Hamburg an der Gesprächsrunde teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Inga Matthes.

Zunächst berichtete die usbekische Juristin und Menschenrechtlerin Tamara Chikunova,  die sich zur Zeit als Stipendiatin der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte (http://www.hamburger-stiftung.de/) in Hamburg aufhält, von ihrem Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen. Mit der von ihr gegründeten NGO „Mothers against Death Penalty and Torture“ hat sie sich in ihrer Heimat aktiv für die Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt. Zu diesem Zweck hat sie sowohl mit anderen NGOs wie amnesty international kooperiert, als auch UN-Institutionen, wie etwa den UN High Commissioner on Human Rights, konsultiert. Nicht zuletzt ihrer Arbeit ist es zu verdanken, dass die usbekische Regierung die Todesstrafe zum 01.01.2008 offiziell abgeschafft hat.

Anschließend schilderte Dr. Silke Voss-Kyeck, die für amnesty international als Expertin für die Vereinten Nationen arbeitet, die Vorgänge in Usbekistan von ihrer Sicht aus. Zwar begrüße amnesty international die Abschaffung der Todesstrafe, es gebe jedoch noch keinerlei Informationen über das Schicksal der vor der offiziellen Abschaffung der Todesstrafe zum Tode verurteilten Personen. Weiterhin stellte Dr. Silke Voss-Kyeck die Rolle von amnesty international in UN-Gremien, wie etwa dem Menschenrechtsrat, dar.

Als Experte für völkerrechtliche Fragen sprach Prof. Dr. Thomas Bruha im Anschluss über die immense Bedeutung der Zivilgesellschaft im Hinblick auf eine Verbesserung des Menschenrechtsschutzes. Die Einhaltung der umfassend vertraglich garantierten Menschenrechtsstandards durch die  Staatengemeinschaft müsse von den Nichtregierungsorganisationen weiterhin überwacht werden. Der so aufgebaute politische Druck sei ein wichtiges Instrument im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen. 

Im Anschluss wurden diese völkerrechtliche Thematik einerseits und die persönlichen Erfahrungen von Tamara Chikunova andererseits von den Referenten und dem Publikum diskutiert, das mit einer sehr positive Resonanz auf die Veranstaltung reagierte.  

 
 
Wege ins UN-System - Karriere bei den Vereinten Nationen
 
Informationsveranstaltung mit:
 
Arne Molfenter
Information Officer for Germany
United Nations
Regional Information Centre for Western Europe, Bonn
 
Termin: Montag, 15. Juni 2009, 16 Uhr c.t. - Ort: Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1 (Westflügel), Raum ESA W 221
 
Die Vereinten Nationen und ihre Unterorganisationen bieten Hochschulabsolventen durchaus vielfältige Berufsperspektiven. Der Einstieg ist auf mehr als nur einem Weg möglich. Die Veranstaltung sollte interessierte Studierende und Absolventen darüber aufklären, was sich hinter Begriffen wie NCRE, Galaxy-Verfahren oder dem Programm „Beigeordnete Sachverständige“ verbirgt und Informationen über Bewerbungsvoraussetzungen und Erfolgsaussichten für deutsche Bewerber vermitteln. Die DGVN-Hamburg freut sich, mit Arne Molfenter einen „Insider“ als Referenten gewonnen zu haben. Die Veranstaltung stieß auf eine ausgesprochen positive Resonanz.
Sport im Dienst der Entwicklung – Ein Vortrag von Willi Lemke

Am 07. April 2009 hielt Willi Lemke an der Universität Hamburg auf Einladung der DGVN einen Vortrag mit dem Titel
 „Sport im Dienst der Entwicklung“. Er nutzte hierbei, nach fast genau einem Jahr im Amt des Sonderberaters des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, die Gelegenheit, bisherige Erfahrungen zu rekapitulieren und zugleich einen Überblick über seine Tätigkeit zu vermitteln.

Lemke – in Deutschland bislang vor allem als Senator der Freien Hansestadt Bremen und langjähriger Manager des Fußballklubs Werder Bremen bekannt – bekleidet das im Jahr 2001 geschaffene Amt des Sonderberaters für Sport, verbunden mit dem Rang eines Untergeneralsekretärs der Vereinten Nationen, seit März 2008. Er trat seinerzeit auf Vorschlag der Bundesregierung die Nachfolge des Schweizers Adolf Ogi an.
In dieser Funktion führt und koordiniert er die Bemühungen der Vereinten Nationen, das Verständnis für den Sport als Instrument für Entwicklung und Frieden zu fördern, und darüber hinaus den Dialog sowie die Zusammenarbeit mit Partnern in diesem Bereich voranzubringen. Das Büro des Sonderberaters und seiner Mitarbeiter ist in Genf angesiedelt. Er verfügt auch über eine Repräsentanz am New Yorker UN-Standort.

Der Vortrag im Hörsaal für Erziehungswissenschaften der Uni Hamburg war für Willi Lemke zunächst eine Rückkehr an einen Anfangspunkt seiner Karriere – er hatte bis Anfang der siebziger Jahre in Hamburg Erziehungs- und Sportwissenschaften studiert – und gab ihm die Gelegenheit einleitend einige prägende Eindrücke seiner Studienzeit zu reflektieren. Die Art und Weise, wie er später, als Geschäftsführer des Bremer SPD-Landesverbandes, zum Manager Werder Bremens wurde, sei in gewisser Hinsicht mit der Kandidatur für das Amt des UN-Sonderberaters vergleichbar. In beiden Fällen habe, neben einem gewissen Zufallselement, Eigeninitiative am Anfang eines Prozesses intensiver Überzeugungsbildung gegenüber den jeweiligen Entscheidungsträgern gestanden.

Als Sonderberater vertrat Lemke die Vereinten Nationen unter anderem bei den olympischen Spielen in Peking. Neben derartigen Großereignissen seien aber auch öffentlich weniger wahrgenommene Veranstaltungen, wie die Paralympics und die Special Olympics für geistig Behinderte von großer Bedeutung. Von letzteren zeigte er sich stark beeindruckt, sowohl im Hinblick auf Begeisterung und Hingabe der behinderten Sportler als auch die integrative Funktion der Spiele in China.
Im wichtigen Bereich der Sportförderung komme es ganz wesentlich auf die Stärkung des Gedankens der Nachhaltigkeit einzelner Maßnahmen an. Konkret sei es etwa wichtig, initial geförderte Projekte dauerhaft zu betreuen.

Der Sonderberater berichtete anschaulich von diversen Länderbesuchen und Treffen auf hochrangiger politischer Ebene. Nicht immer sei es für ihn persönlich möglich und erstrebenswert gewesen, seine Berichte an den Generalsekretär thematisch auf das Thema Sport zu beschränken, etwa angesichts der persönlichen Erfahrung des Leides von Flüchtlingskindern in Südostasien. Befriedigung schöpfe er schließlich aus der Möglichkeit, vor Ort durch persönlichen Einsatz kleine Fortschritte zu bewirken. So zum Beispiel die Einrichtung eines öffentlichen Fußballplatzes durch Blauhelmsoldaten im Kongo.


Mehr Informationen zum Thema:  www.un.org/themes/sport/intro.htm.
 
 

EU und VN – Zusammenarbeit in der Krisenbewältigung - Vortrag von Prof. Dr. Sven Bernhard Gareis

Am 10. Februar 2009 konnte die DGVN Prof. Dr. Sven Bernhard Gareis zu einem Vortrag an der Universität Hamburg begrüßen. Prof. Gareis ist Leitender Wissenschaftlicher Direktor an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und lehrt Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Als Experte auf den Gebieten der internationalen Friedenssicherung, der Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands und der Europäischen Union sowie der Rolle der Vereinten Nationen in der Weltpolitik sprach er an diesem Abend über die Zusammenarbeit der Europäischen Union und der Vereinten Nationen in der Krisenbewältigung. Angesichts der zunehmenden Kooperation der Vereinten Nationen mit regionalen Organisationen ist dieses Thema von besonderer Aktualität und Relevanz.

Auf der Grundlage gemeinsamer Orientierungen und Interessen – dazu zählen etwa die Wahrung des Friedens und der Sicherheit, die friedliche Streitbeilegung, das Völkerrecht als Fundament der internationalen Beziehungen und ein Vorrang kooperativer Politikmuster – gelang es den Vereinten Nationen und der Europäischen Union eine enge Zusammenarbeit in der internationalen Krisenbewältigung zu entwickeln.

Diese schlage sich, so Gareis, in einer wachsenden Anzahl von Friedensmissionen, der so genannten „surge in peacekeeping“ nieder. Parallel nehme auch die Unterschiedlichkeit der dabei eingesetzten Instrumente zu – so spielten etwa zivile Beiträge eine zunehmende Rolle.
Angesichte der Komplexität der Krisenbewältigung und der damit einhergehenden steigenden Anforderungen an die Vereinten Nationen sind diese mangels eigener Ressourcen zunehmend auf die Kooperation mit regionalen Organisationen angewiesen. Das Resultat sind komplexere Friedensmissionen mit sog. „interagency“-Kooperationen. Neben den zwei klassischen Grundtypen internationaler Friedensmissionen, bei denen entweder eine Mission von den VN selbst geführt wird oder von diesen per Sicherheitsratsbeschluss lediglich mandatiert wird, sind mehr und mehr hybride Formen als dritter Typ internationaler Friedensmissionen beobachtbar. Gareis weist darauf hin, dass die militärischen Kapazitäten der EU und auch die NATO-Strukturen dabei von besonderer Bedeutung für die Vereinten Nationen seien.

Konkret finden ganz unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit zwischen EU und VN statt, wie Gareis an zahlreichen Beispielen demonstriert. So wirkt die EU – wie bei UNIFIL II im Libanon – etwa als Moderator, wenn es darum geht, Beiträge der Mitgliedsstaaten zu VN-Missionen anzubieten und abzusprechen. Hinzu kommen sog. „stand alone“-Einsätze, wie die EUFOR-Operation „Althea“ in Bosnien-Herzegowina. Dies sind eigenständige EU-Missionen auf Basis von Sicherheitsrat-Mandaten. Komplexere Formen der Kooperation finden sich etwa im „modular approach“, bei der EU-Komponenten VN-geführten Missionen hinzugefügt werden, oder im sog. „support model“, bei dem EU-Kräfte Unterstützung zu bestehenden VN-Friedensmissionen leisten, – wie 2006 in der Demokratischen Republik Kongo.

Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit ließen sich aber insbesondere aufgrund der Unterschiede zwischen EU und UN im Hinblick auf ihre multilateralen Entscheidungsprozesse und der verschiedenen nationalen Interessen innerhalb der Union erkennen. Hier spiegeln sich die internen Probleme der EU-Staaten mit ihren eigenen Instrumenten zur Friedenssicherung (GASP und ESVP). Auch seien die Kommunikations- und Konsultationsprozesse zwischen der EU und den VN noch zu verbessern werden. Ferner mache der EU-Vertrag (Art. 25) eine direkte Beteiligung von EU-Kräften unter der Führung der Vereinten Nationen unmöglich. Trotz einiger Hindernisse und Schwierigkeiten ließe sich aber insgesamt, so betont Gareis, aufgrund vieler gemeinsamer Schnittflächen eine durchaus positive Bilanz für die Zusammenarbeit von EU und VN in der Krisenbewältigung ziehen.

In der anschließenden, spannenden Diskussion ging es unter anderem um das Interesse der EU-Mitgliedsstaaten daran, sich nicht an Missionen unter VN-Führung zu beteiligen, sondern stattdessen EU-geführte Missionen vorzuziehen. Hier drohe, so Gareis und einige der Diskussionsteilnehmer, eine "Zwei-Klassen-Friedensicherung", bei der gut ausgestattete EU-Missionen dort eingesetzt würden, wo realpolitische Interessen bestünden und die militärischen Risiken nicht allzu groß seien, und andere Konfliktherde vernachlässigt würden bzw. von personell und materiell eher spärlich ausgestatten "Blauhelmen" geregelt werden müssten. Prof. Gareis machte deutlich, dass bei allem Nutzen, den die Zusammenarbeit von EU und VN bringt, die EU-Mitgliedsstaaten nicht vergessen sollten, auch direkte Beiträge unter dem Dach der VN zu leisten.

Veranstaltungen 2008

„Responsibility to Protect“ - Dialog mit Edward Luck 

Die DGVN konnte am 27. Februar 2008 Prof. Dr. Edward C. Luck von der Columbia University New York und seine Mitarbeiterin Rachel Davies zu einer Informationsveranstaltung im Westflügel der Universität Hamburg begrüßen.
Prof. Dr. Thomas Bruha, Vorsitzender der DGVN, stellte Prof. Luck vor und führte in das Thema ein. Professor Luck, der von 1984 bis 1994 Präsident und Geschäftsführer der amerikanischen UN-Gesellschaft (UNA-USA) war, ist neben seiner Lehr- und Rektorentätigkeit an der Columbia University Luck seit Juni 2007 Vizepräsident der ‚International Peace Academy’ in New York. Im Dezember 2007 wurde Prof. Edward C. Luck von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zum Sonderberater für die Schutzverantwortung (Responsibilty to Protect, kurz R2P) berufen. Auf der ersten Auslandsreise in dieser Funktion informierte er über seine Vorstellungen zur Umsetzung des Mandats. Die Informations-Tour zur Bekanntmachung des Konzepts führte Luck und seine Mitarbeiterin von New York nach Bangkok, Djakarta und London. Am 26. Februar 2008 waren sie beim Podium Globale Fragen im Auswärtigen Amtes in Berlin zu Gast und früher am 27. Februar bereits in Bonn.
Das Konzept der Schutzverantwortung geht auf einen Bericht der Internationalen Kommission zu Intervention und Staatensouveränität (ICISS) im Jahr 2001 zurück. Es wurde im Jahr 2004 im Zuge der UN-Reformdebatte zum einen im Bericht der von Kofi Annan eingesetzten Hochrangigen Gruppe für Bedrohungen, Herausforderungen und Wandel, zum anderen im Bericht des Generalsekretärs In größerer Freiheit (A/59/2205) aufgegriffen. Der Durchbruch zur internationalen Anerkennung war aber die Aufnahme des Konzepts in das Ergebnisdokument des Weltgipfels 2005 in den Abschnitten 138 und 139. Generalsekretär Ban Ki-moon richtete im Dezember 2007 mit Billigung des Sicherheitsrates erstmals den Posten eines Sonderberaters für die Schutzverantwortung ein. Sein Amt versteht sich als Ergänzung zum Amt des Sonderbeauftragten für die Verhütung von Völkermord und Massengräueltaten, dem Sudanesen Francis Deng.
Luck betonte, dass Schutzverantwortung kein rein westliches Konzept sei, das Entwicklungsländern aufgezwungen werde, denn ohne die Initiative der Afrikanischen Union, die dieses Konzept bereits in ihrer Gründungsakte erwähnte, wäre das Konzept wohl nicht beim Weltgipfel 2005 das Konzept gar nicht universell anerkannt. Jedoch solle man, die Schutzverantwortung nicht als „historischen Durchbruch“ bezeichnen. Staatensouveränität sei noch nie absolut gewesen, was sich auch nicht aus Artikel 2 (1) und (7) der UN-Charta herleiten ließe. Gerade indem sie ihrer Schutzverantwortung nachkämen, könnten Staaten ihre Souveränität wahren.
Edward Luck freute sich über das große öffentliche Interesse für das wichtige Thema der Schutzverantwortung (an der Veranstaltung nahmen ca. 120 Personen teil). In der anschließenden Diskussion, die von Dr. Heiko Meiertöns von der DGVN Hamburg moderiert wurde, beantworteten Edward Luck und Rachel Davis Fragen aus dem Publikum. Hierbei betonte Luck, dass beim Umgang mit der Situation in Darfur im Vergleich zu z.B. Ruanda bereits ein Fortschritt zu beobachten gewesen sei. Niemand könne es wagen, die Vorgänge in Darfur totzuschweigen. Luck brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der Sicherheitsrat die Schutzverantwortung weiterhin die Entwicklung dieses Konzepts vorantreiben werde. An Informationen über Vorgänge in Staaten sei im UN-System mit seinen zahlreichen Institutionen wie OCHA kein Mangel. Vielmehr sei es schwierig vielmehr, rechtzeitig die im weiten UN-Feld zusammengetragenen Informationen zu bewerteten, weiterzuleiten und daraus konkrete Handlungsweisen abzuleiten. Luck gab einen positiven Ausblick: Generalsekretär Ban Ki-moon habe sich dem Konzept der Schutzverantwortung absolut verschrieben.


Veranstaltungen 2007

Diskussionsveranstaltung: Die Blockfreienbewegung – Akteur mit Potenzial oder Relikt der Vergangenheit?

Die Diskussionsveranstaltung „Die Blockfreienbewegung – Akteur mit Potenzial oder Relikt der Vergangenheit?“ erfolgte im Sommer 2007 in Kooperation mit der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel und ergänzte das Rahmenprogramm des internationalen Theaterprojekts „Tito – Der dritte Weg“. Es diskutierten Prof. Dr. Cord Jakobeit und Prof. Dr. Volker Matthies vom Institut für Politische Wissenschaft der Universität Hamburg. Moderation: Dr. Heiko Meiertöns, DGVN-Hamburg. 


Podiumsdiskussion: Die Darfur-Krise - Genozid auf Raten? 

Mit der Podiumsdiskussion „Die Darfur-Krise – Genozid auf Raten?“ wurden im Frühjahr 2007 der Konflikt im Westsudan, Lösungskonzepte und internationale Schutzverantwortung thematisiert. Die Veranstaltung zählte rund 150 Teilnehmer. Podiumsteilnehmer waren der Gesandte der US-Botschaft John M. Koenig, Oberstleutnant Manfred Ertl (Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg – Department of Peacekeeping Operations der VN), MdB Christoph Strässer und Annette Weber (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin). Es moderierte Prof. Dr. Cord Jakobeit, Universität Hamburg. Oberstleutnant Ertl war zu Gast bei einer Folgeveranstaltung zum Thema Konfliktursachen und Perspektiven. 

mehr Informationen: Darfurveranstaltung.php

Ringvorlesung:  Frieden im Visier - Aktuelle Herausforderungen der Vereinten Nationen

Im Wintersemester 2006/2007 veranstaltete die Landesgruppe an der Universität Hamburg eine interdisziplinäre Ringvorlesung zu aktuelle Herausforderungen der Vereinten Nationen. Unter anderem mit Beiträgen von Prof. Dr. Udo Steinbach vom Deutschen Orientinstitut (Thema: Die VN und die islamische Welt), Prof. Dr. Doris König, Bucerius Law School, Hamburg (Internationaler Menschenrechtsschutz), Prof. Dr. Rainer Keller, Uni-Hamburg (Einflüsse des UN-Sicherheitsrats auf Internationale Strafgerichte), Prof. Dr. Johannes Varwick, (Die Rolle der Vereinten Nationen in der internationalen Politik) und Dr. Christian Tams, Uni-Kiel (Weltgericht und Völkermord: Der Bosnien-Konflikt vor dem IGH). 




Veranstaltungen 2006

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Veranstaltungen 2004 - 2005

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Veranstaltungen 2000-2003

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